Sinneswelten für Kinder im Garten

Schöne Naturerlebnisse sind für die Entwicklung von Kindern von unschätzbarem Wert, meint eine Expertin für Sinnesgärten. Und es liegt in der Verantwortung von uns Erwachsenen, den Kindern die Augen hierfür zu öffnen, damit sie nicht als abgestumpfte Verbraucherzombies enden.

Die Natur als Lehrmeister und Therapeut
Helle Nebelong, Landschaftsarchitektin und Spezialistin für die Gestaltung von Außenräumen wie Sinnesgärten und Spielplätzen, setzt sich dafür ein, dass Erwachsene ihre Aufgabe, Kinder in den Reichtum und die Freuden der Pflanzenwelt einzuführen, ernst nehmen.

"Die kindlichen Sinne werden durch das Spielen mit Pflanzen angeregt und entwickelt, wobei gleichzeitig die Motorik gefördert wird. Schon allein eine Pflanze in den Händen zu halten und die Finger so zu kontrollieren, dass Blätter und Blüten keinen Schaden nehmen, trägt bei Kindern zur Verbesserung der Feinmotorik bei", erklärt Helle Nebelong und fügt hinzu:

"Neben der Förderung der körperlichen Entwicklung lernt das Kind auch, sich in etwas zu vertiefen und Kraft aus der Schönheit zu gewinnen, die die Pflanzenwelt bietet. Wer von uns hat nicht schon erlebt, wie viel Freude es bereitet, in die Natur hinauszugehen und neue Energie zu tanken, wenn man schlecht gelaunt oder gestresst ist?"

Tatsächlich sei es kein großer Aufwand, zu Hause im Garten seine eigenen kleinen Sinneswelten zu erschaffen, meint Helle Nebelong.

"Suchen Sie einige kleine Flächen im Garten aus, wo Ihr Kind sich seinen eigenen Garten anlegen und die Natur aus nächster Nähe erleben kann. Zu sehen, wie aus kleinen Pflanzen große, üppige Gewächse werden, ist ein wichtiger Augenöffner für Kinder."

Die Sinne im Garten kultivieren
Für einen Sinnesgarten empfiehlt Helle Nebelong essbare Pflanzen wie Kräuter oder duftende Pflanzen wie z. B. Lavendel, Duftpelargonien oder Rosen.

"Pflanzen Sie beispielsweise jede Menge Spanischen Kerbel (Süßdolde) und Liebstöckel und legen Sie daraus ein Labyrinth oder eine Wildnis an, mit deren Pflanzen man Speisen würzen kann, in deren Düften die Kinder aber gleichzeitig spielen und sich verstecken können", schlägt Helle Nebelong vor, die die Entwicklung in den USA, wo Kinder die Natur fast nur noch aus dem Fernsehen kennen, als absolut abschreckendes Beispiel vor Augen hat.

"Die Natur ist ein wichtiger Gegenpol zu all der Künstlichkeit, der moderne Kinder ausgesetzt sind. Stellen Sie das Computerspiel einmal auf Standby und schenken Sie Ihrer Familie zu Hause in Ihrer eigenen, ganz individuellen Sinneswelt schöne und echte Erlebnisse", schließt Helle Nebelong.

Foto von Helle Nebelong: Suste Bonnén

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